Atlantik Walk
Atlantik Walk
Ein Projekt für die europäische Kulturhauptstadt Stavanger 2008
“Atlantikwalk” basiert auf der Aktivierung von kaum wahrgenommenen Orten an der norwegischen Küste, den Bunkern des Atlantikwalls, die nun als Räume für kulturelle Aktionen in Erscheinung treten.
Aus dem Zusammenspiel der ungewöhnlichen Orte mit einer eigens entwickelten Szenographie entsteht ein einzigartiges Kunstprojekt mit internationaler Ausstrahlung, großer medialer Präsenz und Signalwirkung. Nicht-Orte werden zu Attraktionen und entwickeln aus ihrer unbeachteten Fülle eine Ereigniskette in europäischem Maßstab, die sich von der Stavanger-Region ausgehend beliebig erweitern lässt. Über ein in dieser Form agierendes, ausdifferenziertes Programm entdeckt der forschende Besucher die historischen und politischen Dimensionen der überraschend vielfältigen und individuellen Architekturen als Fundstücke europäischer Geschichte.
“Atlantikwallk” soll im Kontext des Ereignisses ‘Europäische Kulturhauptstadt’ zu einem Ausgangspunkt werden, europäische Geschichte und Gegenwart neu und positiv zu erfahren, indem der Atlantikwall suchend, sehend und hörend begangen wird. Exemplarisch wird gezeigt, wie mit der schwierigen Last des Krieges, die sich hier in architektonischer Form manifestiert, so umgegangen werden kann, dass sie statt Abriss und Verdrängung, zu einem Ort der Auseinandersetzung gewandelt wird. Durch eine komplexe Szenographie und künstlerische Aneignung werden historische, kriegerische Räume zu einem Symbol europäischer Verständigung, ohne ihre wertvolle Bedeutung als Orte der Erinnerung zu verlieren.
Die Ereignisse und Installationen haben ihre jeweilige Zeitlichkeit und Reichweite: Auf geographisch politischer Ebene lässt sich der Aktionsradius des Projekts lokal, national und international verfolgen. Die Bunker sind ein Phänomen mit lokaler Relevanz für Anwohner und Touristen, die sich die ruinenhaften Gebäude teilweise bereits zweckentfremdend aneignen (z.B. als Kletterburg oder Kiosk). Darüber hinaus gehören die Bunker in ganz Norwegen zum Erscheinungsbild der Küste. Schließlich ist die norwegische Küstenbefestigung Teil des ‘Atlantikwalls’, der sich in Dänemark, den Niederlanden, Frankreich und Spanien fortsetzt, also Landesgrenzen unterläuft — er ist ein europäisches Phänomen, eine europäische Verbindung, Transversale und neu zu definierende Grenze.