Choose your Player
Choose your Player
Spielwelten von Würfel bis Pixel
Warum spielen wir und welche Facetten stecken hinter der faszinierenden Welt des Gaming? In der neuen Sonderausstellung „Choose your Player“ im Zeppelin Museum in Friedrichshafen, von uns gestaltet und entworfen, befassen sich das Kurator*innen-Team rund um Direktorin Claudia Emmert mit dem Spielen als kulturelle und immersive Praxis und stellen spezifisch die Spiele in den Mittelpunkt, die das Luftschiff als Akteur beinhalten. Diese gibt es in erstaunlicher Menge! Das Phänomen Spiel/Gaming wird sowohl über Objekte der Sammlung, vielfältige virtuelle Games, als auch über zeitgenössische Kunst und raumgreifende Kunstinstallationen ausgebreitet und kritisch z.B. im Hinblick auf Genderstereotypen oder rassistischer Klischees diskutiert.
Das Zeppelinmuseum ist in Deutschland ein Vorreiter von umfassend nachhaltiger Ausstellungsgestaltung. Wir haben diese Policy als Herausforderung angenommen, immateriell und reduziert zu planen und dennoch ein starkes Raumgefüge für die Exponate, Kunstwerke und Games zu generieren. Trotz Reduktion finden sich die Besucher:innen in einer leuchtend abstrakten, dichten Ausstellungswelt wieder und sofort stellt sich das Gefühl ein, in die virtuelle Gamingwelten selbst einzutauchen. Erlebte Virtualität und performativ inszenierte Spiel-und Objektfelder bestimmen unsere szenografische Strategie.
Die Besucher:innen werden über den virtuell anmutenden Lichttunnel in die Sonderausstellung hineingezogen; eine Holoprojektion begrüßt aktiv jeden Besuchenden und fordert auf, einen Charakter als Begleitung durch den Rundgang zu wählen (Choose Your Player). Die spielerische Aufforderung zur Performance innerhalb der Ausstellung prägt die Haltung der Szenografie und der Vermittlung im Zeppelin Museum. Eine starke raumgrafische Gestaltung mit vertikalen Lichtlinien, geometrischen Grafikelementen und akzentuierten Farbwirkungen bildet die Terrains für eine Vielfalt von Spiel-Charakteren, die durch Silhouetten, Schatten und Pixel repräsentiert und in Spielfeldern und Stationen aktiviert werden können. Wie in großen Gamingspektakeln begegnen sich die Besucher:innen immer wieder im Raum. Der offene szenografische Ansatz lässt so Raum für Zufall und Interaktion und schafft soziale Momente: Besucher:innen/Spieler:innen sind beständig im gemeinschaftlichen Erlebnismodus – auch sozial eine „nachhaltige“ Art der Rezeption.
Mit „Choose your Player“ ist es nun gelungen zwei im ersten Moment vielleicht entgegengesetzte Felder klug, spannend und eben spielerisch miteinander zu verbinden: Gamingerlebnis und Nachhaltigkeit. – Wir haben also nicht nur die Möglichkeit Konträres zu verbinden, sondern auch die Freiheit, zu wählen, wer wir sein wollen: choose your player ‑nachhaltig!
… und natürlich darf auch gespielt werden!
Spielebox
Katalog zur Ausstellung
Die kürzlich erschienene Spielebox vereint historische Brettspiele mit spannenden Games und modernen Spieleklassikern. In sechs historischen Würfelspielen begeben sich die Spieler auf eine Reise in die Ära der Zeppeline, wo sie mit den Pionieren große Abenteuer rund um den Globus erleben können. Der Sprung von der Vergangenheit in die Zukunft erfolgt im Spiel Angel Arcade, das vom Künstlerkollektiv Keiken entwickelt wurde, wo die Spieler die Rolle eines morphogenen Engels übernehmen. Das traditionelle ghanaische Spiel Oware fördert strategisches Denken, um die Mitspieler auszutricksen, während im Kunstmemo faszinierende Charaktere aus den kreativen Welten von LuYang, Keiken, Afrah Shafiq und Larry Achiampong spannende Einblicke in ihre einzigartigen Spieluniversen gewähren.
Auch die Spielanleitungen sind voller Überraschungen: Sie führen nicht nur sicher durch unbekannte Spielwelten, sondern enthalten zudem exklusives Bonusmaterial zur Ausstellung „Choose Your Player“.
chezweitz GmbH, museale und urbane Szenografie, Berlin
Dr. Sonja Beeck, Detlef Daiber-Weitz
Ludger Jansen, Katharina Buchhauser, Leander Deppe
Dr. Claudia Emmert
Dr. Claudia Emmert, Jürgen Bleibler, Mara-Johanna Kölmel, Felix Banzhaf, Stephanie Milling
Schreinerei Geng, Herdwangen
Zinser Siebdruck, Friedrichshafen (Ausstellung)
Druckhaus Müller, Langenargen (Kampagne)
Afrah Safiq
couture real, Mona Kuschel, Berlin
Zeppelin Museum Friedrichshafen/Markus Tretter
chezweitz