Die Deutsche Kinemathek
im E–Werk
Die Deutsche Kinemathek
im E–Werk
Eröffnung am neuen Standort im historischen E-Werk
Mit dem Einzug der Deutschen Kinemathek in das legendäre E‑Werk in der Mauerstraße erhält Berlin-Mitte einen neuen, kraftvollen Ort für internationale Kinoenthusiasten.
Kein klassisches Museum, sondern ein lebendiges Labor des Films. Ein Ort, der zum Eintauchen einlädt, zum Wiederkommen verführt und sich stetig wandelt. Auf dem Weg zu einem neuen Filmhaus der Deutschen Kinemathek setzt das Projekt ein starkes Zeichen: für die Zukunft des Filmerbes – und für das Kino als gemeinschaftliches Erlebnis im Raum. Die Szenografie von chezweitz macht in Zukunft Film erlebbar – als Raum, als Bewegung, als kollektive Erinnerung.
Das ehemalige Umspannwerk wird zum spektakulären Möglichkeitsraum: Die monumentale Halle, die als offenes Format gedacht ist und die vielfältigen Aufgaben der Kinemathek in sich vereint, überblendet und verknüpft die Sammlungspräsentation, das Studiokino und die Vermittlung von Filmgeschichte. Von der Präsentation über die Wissenschaft bis zum Vermittlungsort, Eventspace und Festivalkino (Berlinale) verschmelzen alle Funktionen zu einem lebendigen Hybrid. Nach der vielfach ausgezeichneten Dauerausstellung von Hans Dieter Schaal im Sony Center am Potsdamer Platz folgt nun mit der Szenografie von chezweitz ein radikaler Perspektivwechsel – vom differenzierten Parcours zum großen, atmenden Raum.
Der rohe, eindrucksvolle Hallenraum mit seinen Spuren industrieller Arbeit wird nicht überformt, sondern weitergeschrieben. Die Szenografie reagiert differenziert auf das Vorhandene, verdeckt nichts, akzentuiert neu. Semitransparente textile Architekturen strukturieren den Raum, ohne ihn zu schließen. Sie schaffen eine durchlässige Hülle, auf der großformatige Filmsequenzen erscheinen – schwebend, fragmentarisch, fast immateriell.
Licht wird zum zentralen Erzählelement. Durch Wechsel von Helligkeit und Projektion entsteht ein Spiel aus Film und Objekt, aus Sichtbarkeit und Imagination. Film, Objekt und Raum verschränken sich, Fenster, Galerien und technische Relikte treten in einen neuen Dialog mit den Inszenierungen. Das Baudenkmal und seine Medialisierung verbinden sich zu einer eigenständigen Erzählung – einem sinnlichen Austausch zwischen Ort und Publikum.
An der Stirnseite der Halle formiert sich ein prägnanter Sammlungsauftritt: ausgewählte Schlüsselobjekte stehen stellvertretend für den Reichtum der Bestände und mit der Überblendung durch Projektionen entsteht ein virtuoses Spiel zwischen Konkret und Abstrakt. In der Sockelzone öffnen sich weitere Sammlungsebenen, die auch empfindliche, selten gezeigte Exponate erfahrbar machen.
Ein medialer Filmstreifen zieht sich als leuchtendes Band durch den Raum, spannt sich zwischen die massiven Betontürme der Aufzugsarchitektur und inszeniert die beeindruckende Höhe der Halle. Modulare Sitzlandschaften bieten unterschiedliche Rezeptionsmodi an – konzentriertes Schauen, visuelles Schweifen oder auch spontanen Bleiben.
Die notwendige Orientierung geben raumhohe Typografien und großformatige, farbige Grafiken. Sie reagieren auf das wechselnde Filmlicht, strukturieren die Halle und führen – unterstützt durch gewebte Metallvorhänge – klar und intuitiv zu den zentralen Bereichen der Kinemathek. Ein bewusst eingesetzter Colourcode für das nächste Leben der im Re-Use vorhandenen Elemente verleiht der Gestaltung eine selbstbewusste Lässigkeit und große atmosphärische Dichte.
chezweitz GmbH, museale und urbane Szenografie, Berlin
Dr. Sonja Beeck, Detlef Daiber-Weitz mit
Jan Stauf, Sara Omassi, Carlotta Markötter, Ludger Jansen
Heleen Gerritsen
Florian Bolenius
Kristina Jaspers, Andrea Rieder, Heike Straebelow, Vera Thomas
chezweitz GmbH + Eidotech GmbH
ENVUE Homburg GmbH, Berlin
audioone GmbH, Berlin
Weisse GmbH & Co. KG, Eberswalde,
Anna Fiehn, Berlin
reproplan, Berlin
Gerriets GmbH, Umkirch
Mona Kuschel mit Team I couturereal, Berlin
PolsterHans, Berlin
Harald Müller - Metall Sonderfertigung GmbH, Ludwigsfelde
Nancy Jesse / Deutsche Kinemathek