chezweitz museale und urbane Szenografie

Film Noir!

Film Noir!

Deutsches Filmmuseum Frankfurt
22.6. – 14.10.2012

Film noir war vor allem ein Stil. Er ver­band Real­is­mus und Expres­sion­is­mus, die Ver­wen­dung real­er Schau­plätze und kun­stvolle Schat­ten­spiele.” Mar­tin Scors­ese, 1995

Als nach dem Zweit­en Weltkrieg wieder US-amerikanis­che Filme in Europa gezeigt wer­den durften, kamen zeit­gle­ich mehrere stilis­tisch ähn­liche Filme in die Kinos: Das Pub­likum in der Alten Welt sah nun erst­mals Pro­duk­tio­nen wie John Hus­tons The Mal­tese Fal­con (Spur des Falken, 1941), Bil­ly Wilders Dou­ble Indemnity(Frau ohne Gewis­sen, 1944) und Fritz Langs Woman in the Win­dow (Gefährliche Begeg­nung, 1944). Der franzö­sis­che Filmkri­tik­er Nino Frank prägte 1946 für diese Art von Werken den Begriff Film noir“ („schwarz­er Film“). Heute zählen hierzu – je nach Def­i­n­i­tion – bis zu 400 Pro­duk­tio­nen, die zwis­chen 1941 und 1958 ent­standen sind. Diese meist gün­sti­gen B‑Movies“ wur­den schnell pro­duziert und waren ein Exper­i­men­tier­feld für junge Regis­seure, auch viele europäis­che Emi­granten. Sie brachen mit klas­sis­chen Erzählmustern und set­zten auf expres­sive Licht-Schat­ten-Kon­traste, klaus­tro­pho­bis­che Bilder, exper­i­mentelle Kam­er­aführung und kom­plexe Erzäh­lun­gen. The­ma­tisch spiegeln sie eine Gesellschaft im Umbruch, geprägt von Gewalt, Mis­strauen und finanziellen Abhängigkeit­en, und stellen den Amer­i­can Dream“ infrage.

Die Ausstel­lung im Deutschen Film­mu­se­um betra­chtet Film Noir als eigen­ständi­gen und bedeu­ten­den Stil der Filmgeschichte. Im Mit­telpunkt ste­hen die Filme selb­st: Große Pro­jek­tio­nen von Noir-Bildern wer­den erst­mals in Europa als zen­trales Exponat ein­er Son­der­ausstel­lung präsen­tiert und ver­mit­teln direkt die Ästhetik und filmis­che Sprache des Gen­res. Die Ausstel­lung greift typ­is­che Schau­plätze des Film Noir auf und lädt zu ein­er atmo­sphärischen Reise in die düsteren Bild­wel­ten der 1940er- und 1950er-Jahre ein. Als Sti­l­analyse in bewegten Bildern zeigt FILM NOIR! zugle­ich die Grund­la­gen des filmis­chen Gestaltens.

Film Noir!

Deutsches Filmmuseum Frankfurt/Main

22.06.-14.10.2012

Kuratorinnen

Stefanie Plappert, Jule Murmann

Szenografie

chezweitz & partner, Detlef Weitz mit Isabel Prugger, Benedikt Bramböck, Stefan Hurtig

Projektmanagement

Luisa Krüger

Leistung

Architektur LP 1-8, Ausstellungsgrafik, Medienarchitektur, Außendarstellung, Drucksachen

Fotos

Uwe Dettmar