chezweitz museale und urbane Szenografie

Game of Drones

Game of Drones. Von unbemannten Flugobjekten

Von unbemannten Flugobjekten

Zeppelin Museum, Friedrichshafen
7.6. – 3.11.2019

Kleine, sur­rende Flu­gob­jek­te hoch über uns, die unheim­lich anmuten, wenn man sie ent­deckt, machen per­ma­nent Auf­nah­men von der Erdober­fläche – hil­fre­iche, aber auch gefährliche. Eine span­nende Ausstel­lung in Friedrichshafen wagt den Spa­gat zwis­chen kri­tis­chen kün­st­lerischen Posi­tio­nen und ein­er faszinieren­den Tech­nikgeschichte. Die Ästhetik der Drohnen-Bilder ist lei­t­end sowohl für die Entwick­lung des Raumkonzeptes als auch für die Grafik dieser Ausstel­lung. Drohnen­bilder sind nah und dis­tanziert zugle­ich, sie ver­wis­chen in der Bewe­gung, sind über­lagert von Grids und oft an Wärme­bild­sen­soren gekop­pelt, so dass sie Topografien oder Per­so­n­en in Farbfelder über­set­zen. Für die Szenografie haben wir das Pix­el als kle­in­ste iden­ti­fizier­bare Bild­in­for­ma­tion isoliert und transformiert. 

1 grundrissgod 2800px
2 ausstellungsansichtgod 22019 zeppelinmuseumfototretter
3 ausstellungsansichtgodcl89undmikado2019zeppelinmuseumfototretter bearb
5 ausstellungsansichtgodclaireundanohni2019zeppelinmuseumfototretter bearb

Die Besucher*innen betreten den Ausstel­lungsraum, der wie die Auf­nahme ein­er Wärme­bild­kam­era anmutet und eine unscharfe Aus­sage zu Dimen­sion, Raum und Dis­tanzen trifft. Hierin einge­bet­tet sind sowohl die diversen Arbeit­en der Künstler*innen als auch unter­schiedliche Exponate aus der Tech­nikgeschichte der Drohnen. Die Pix­el for­men Sock­el, Vit­ri­nen, aber auch Hör­nischen und Sitzpodeste und wer­den zu bege­hbaren Kabi­nen. Der gesamte Hin­ter­grund ist abstrakt blau gehal­ten, was die Tiefe des unendlichen (Luft-)Raumes beschreibt. Kon­trastierend wirken die roten, gel­ben und pink­far­be­nen Pix­el wie die polaren Felder, die es zu erkun­den gilt und die erst im Annäh­ern deut­bar wer­den. In der Grafik sind überdies nicht nur Pix­el und Glitsches charak­ter­is­tisch, son­dern auch die über­lagern­den Grids. Raster, Dis­tan­zangaben oder Fadenkreuze reich­ern die Bilder an und machen herkömm­liche Kam­eras zu wichti­gen Forschungsin­stru­menten, jedoch auch zu gefährlichen Waf­fen. Diese Ambivalenz der Drohnen soll auch mit­tels der Szenografie ein Gefühl der Ambivalenz, der beson­deren Mis­chung von Fasz­i­na­tion und Schauer bei den Besuch­ern aus­lösen. Sind wir Beobachter oder wer­den wir beobachtet?

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8 aussenansichtgod 22019 zeppelinmuseumfototretter
Szenografie
chezweitz GmbH, museale und urbane Szenografie, Berlin
Dr. Sonja Beeck, Detlef Weitz, Christina Antonelli
Ausstellungsgrafik
chezweitz GmbH, Anja Rausch
Direktorin Zeppelin Museum
Dr. Claudia Emmert
Kuratorinnen
Sabine Mücke, Ina Neddermeyer
Ausstellungsbau
Baur GmbH, Friedrichshafen
Grafikproduktion
ZINSER Siebdruck GmbH, Friedrichshafen
Medienproduktion
Eidotech GmbH, Berlin
Fotos
Markus Tretter/Zeppelin Museum Friedrichshafen