chezweitz museale und urbane Szenografie

Kampf um Sichtbarkeit

Kampf um Sichtbarkeit

Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919

Alte Nationalgalerie, Berlin
11.10.2019 – 08.03.2020

Wie muss es sich wohl anfühlen, wenn die Ablehnung an ein­er Uni­ver­sität damit begrün­det wird, dass das eigene ein­gere­ichte Kunst­werk zu gut ist, um von ein­er Frau stam­men zu kön­nen? Dieser, aus heutiger Sicht scham­los daherk­om­menden Frage geht die neue Ausstel­lung Kampf um Sicht­barkeit“ in der Alten Nation­al­ga­lerie Berlin nach. Anlass der Schau ist die erste Auf­nahme von Kün­st­lerin­nen für das Kun­st­studi­um an der Berlin­er Kun­stakademie vor 100 Jahren. Der gesellschaftliche Umbruch mit dem Ende des Ersten Weltkrieges öffnete den Frauen dieser Epoche neue Türen und gab ihnen eine zwar noch beschei­dene, aber längst über­fäl­lige Aufmerk­samkeit. Wie schafften es Frauen allerd­ings vor 1919, sich in ein­er von Män­nern dominierten Kunst­welt zu etablieren? 

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chezweitz hat in enger Zusam­me­nar­beit mit der Kura­torin Dr. Yvette Deseyve, dem Leit­er der Alten Nation­al­ga­lerie Dr. Ralph Gleis und seinem Team ver­sucht, der Unsicht­barkeit szenografisch im Ausstel­lungsraum und grafisch in der Kam­pagne Aus­druck zu ver­lei­hen. Kura­torische Begriffe wie Kampf, Zen­sur, Enthül­lung, Über­lagerun­gen, (Un-)Sichtbarkeiten wer­den zu grafis­chen oder szenografis­chen Motiv­en, die fein sub­til, aber sicht­bar den altehrwürdi­gen Raum der Nation­al­ga­lerie neu gliedert und gewohnte Sich­tach­sen bzw. Sichtweisen (dem The­ma entsprechend) durch­bricht. Da sind typografis­che Ele­mente, die sich aus der far­bigen Fläche kämpfen. Lange, semi-trans­par­ente Voile-Bah­nen hän­gen von der Decke. Ihre Sekundär­far­ben fan­gen den Blick ein und lenken die Konzen­tra­tion auf das geschriebene Wort. Zur gle­ichen Zeit ist die Far­bigkeit Klam­mer für The­men und Exponat­grup­pen. Ein Farb­spek­trum entste­ht, das den/​die Besucher*in aktiv durch den Inhalt leit­et. Abgeleit­et sind die Far­ben aus den Exponat­en und ver­stärken die Rezep­tion der Kün­st­lerin­nen-Gemälde und ‑Fig­uren. Sie entziehen sie der Unsicht­barkeit. Im Auss­chnit­thaften das Unsicht­bare sicht­bar machen, das ist das Cre­do ein­er Ausstel­lungs­gestal­tung, die entsch­ieden den Künstler*innen ihre Stim­men wiedergibt.

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Szenografie
chezweitz GmbH, museale und urbane Szenografie,
Berlin Dr. Sonja Beeck, Detlef Weitz
Cristina Antonelli, Hans Hagemeister, Marie-Luise Hagitte
Ausstellungsgrafik
chezweitz GmbH
Jaroslav Toussaint, Janina Zimmermann, Danielle Gringmuth, Leila Weber, Jana Matejka
Leiter der Alten Nationalgalerie
Dr. Ralph Gleis
Kuratorin
Dr. Yvette Deseyve
Wissenschaftliche Ausstellungsassistentin
Nuria Jetter
Ausstellungsbau
D4 Projekt, Berlin
Grafikproduktion
Oschatz Visuelle Medien GmbH & Co KG,
Druckservice Schellenberg GmbH,
PPS Imaging GmbH,
rundum Dv Technik GmbH
Fotos
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