Lotte Laserstein
Lotte Laserstein
A Divided Life
Nach den drei erfolgreichen Ausstellungen zum Werk von Hilma af Klint, Kobro & Stremiński und Beate Wassermann folgte 2023⁄24 das Ausstellungsprojekt: “Lotte Laserstein: A Divided Life” im Moderna Museet in Malmö und Stockholm. Es waren die bislang größten Ausstellungen der Künstlerin (1898 – 1993) in Skandinavien und zeigten eine faszinierende Retrospektive ihres Werkes vor und nach der Flucht aus Nazideutschland nach Schweden.
In der intensiven Zusammenarbeit mit den Kuratorinnen Iris Müller-Westermann und Anna Carolina Krausse haben wir wieder einen ungewöhnlichen räumlichen Zugang geschaffen, der Lottes Blick auf sich selbst in den Mittelpunkt stellt. Wie kaum eine andere Künstlerin wusste sie das Selbstbewusstsein der modernen Frau, aber auch die Erfahrung von sozialer Entwurzelung und das Neuankommen in der Fremde in ihren realistischen Bildwerken in Szene zu setzen.
Malmö
Im Zentrum des großen Ausstellungssaals in Malmö wurden in einem offenen, ovalen Salon aus hohen, gefalteten Ausstellungselemente die Selbstporträts der Künstlerin präsentiert. Sie waren Auftakt einer Raumdramaturgie, die den Besucherinnen und Besuchern einen tiefen Einblick in ihr künstlerisches Werk ermöglichen. Um die Kontinuität in ihrem Schaffen vor und nach dem Exil zu zeigen, sind alle Ausstellungselemente gleich groß; zusammen bilden sie einen offenen Reigen bzw. Fächer durch all ihre Schaffensperioden. Bis heute nehmen viele Personen nur die deutschen Jahre ihrer Biografie war, hier geht es jedoch darum, erstmals auch das schwedische Œuvre zu präsentieren – ländliche Landschaften, städtische Szenen und bewegende Darstellungen anderer Einwanderer:innen.
Stockholm
Auch in Stockholm ermutigt unsere Szenografie dazu, die beiden großen Epochen ihrer künstlerischen Praxis vergleichend zu reflektieren. Der langgestreckte Ausstellungsraum wurde in ein komplexes, netzartiges Werk-, Raum- und Blickgefüge verwandelt. In einer klaren Raumdramaturgie entfalten sich zwei erzählerische Hälften– der Biografie folgend beginnen die Besucher:innen ihren Rundgang mit der Erkundung der in Deutschland entstandenen Werke, danach schließt sich Lasersteins schwedische Schaffungsperiode an. Schnittstelle beider Teile ist ein szenografischer Fächer, der die berühmten Selbstporträts aufnimmt. Zwischen Deutschland und Schweden und im Moment der Exilierung begegnen die Besucher*innen der Künstlerin von Angesicht zu Angesicht. Es entstehen räumlich-narrative Verbindungen, die Lasersteins Fokus auf Themen wie Geschlecht und verlorene Identitäten verdeutlichen.
chezweitz GmbH, museale und urbane Szenografie, Berlin
Dr. Sonja Beeck, Detlef Daiber-Weitz
Hans Hagemeister, Alexander Butz, Luiz Dominguez (Malmö)
Alexander Butz, Katharina Buchhauser (Stockholm)
Direktorin Moderna Museet Malmö
Elisabeth Millqvist
Direktorin Moderna Museet Stockholm
Gitte Ørskou
Iris Müller-Westermann, Anna-Carola Krausse
Werkstätten des Moderna Museet
Alex Butz und Detlef Weitz