chezweitz museale und urbane Szenografie

MICHAEL WOLF: Life in Cities

MICHAEL WOLF: Life in Cities

Urania Berlin
15.6. – 14.8.2019

Wir ste­hen vor Panora­men end­los­er Hochhaus­fron­ten – eine dichte Bau­masse, die keinen Hor­i­zont erlaubt. Ein Mann klebt an der Fen­ster­scheibe eines über­füll­ten Metrowag­gons, seine Hände gefal­tet wie das Abbild ein­er Maria. Wie lebt der Men­sch in urba­nen Wel­ten?“ ist ein Nar­ra­tiv im facetten­re­ichen Oeu­vre des weltweit renom­mierten Fotografen Michael Wolf, der im April 2019 vol­lkom­men uner­wartet verstarb. 

Um seine Arbeit und Arbeit­en zu würdi­gen, präsen­tierte im darauf­fol­gen­den Som­mer die Ura­nia in Berlin die Werkschau Life in Cities“. Die Ausstel­lung war die let­zte, an der Michael Wolf noch per­sön­lich mit­gewirkt hat. In den Deich­torhallen, von wo das Pro­jekt über­nom­men wurde, hat­te die Schau gigan­tis­chen Erfolg. Das Ham­burg­er Kura­to­ri­um und Bar­bara Wolf haben das engagierte Team der Ura­nia – im Zen­trum die Kura­torin Lena Lucan­der – unter­stützt und sehr zur Real­isierung in Berlin beigetragen.

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Damals brach die Ura­nia, ein Berlin­er Kul­tur­ort mit großer Strahlkraft, zu neuen Ufern auf. Unter der Leitung von Direk­tor Ulrich Weigand wurde erst­mals eine Ausstel­lung in den bis­lang als Ver­anstal­tungsräu­men genutzten Sälen im Haus unter­nom­men. Unser Büro hat das Vorhaben in sein­er Entste­hung berat­en und Möglichkeit­en entwick­elt, diese Pro­gram­män­derung pro­fes­sionell auf Muse­um­sniveau zu real­isieren. Auf­gabe war unter anderem, ein gutes grafis­ches Leit­sys­tem für die Besucher*innen zu pla­nen, um ihren Weg in das unbekan­nte Ter­rain, ent­lang des Foy­ers, den neuen Urban Gar­den­ing-Flächen, der Ein­gang­shalle des Alt­baus und der Trep­pen­häuser zu den Ausstel­lungsräu­men im 2. OG zu steuern.

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Das Hor­i­zont­lose und panomer­atis­che Moment in Wolfs Arbeit­en ist das sub­tile, szenografis­che Motiv des größten Ausstel­lungsraumes in der Ura­nia. Das Farb­spek­trum der Hochhäuser inter­pretierend, wer­den die Besucher*innen durch far­bige Schnüre vom Ein­gang durch das Erdgeschoss hin­auf in die Ausstel­lungsräume geleit­et. Stützen, Ste­len und Bäume mit Schnüren umwick­elt verbinden die Räume und verknüpfen die Werk­grup­pen. Im Trep­pen­haus bilden die ges­pan­nten Schnüre eine skulp­turale Fig­ur, die den Weg durch den ver­winkel­ten Alt­bau der Ura­nia weist.

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Mit unser­er Szenografie haben wir Michael Wolf als fotografis­chen Porträtis­ten und Chro­nis­ten des 21. Jahrhun­derts im ersten Ausstel­lung­spro­jekt eine große Ehre erwiesen. Denn die beson­dere Her­aus­forderung der Szenografie lag in den sehr unter­schiedlichen For­mat­en sein­er fotografis­chen Serien, die oft­mals wie Akteure frei im Raum platziert wor­den waren. Freis­te­hende Wände bilde­ten solitäre Inter­ven­tio­nen und ver­bi­eten, ähn­lich Wolfs Fotografien, das Erken­nen eines Horizontes.

Szenografie & Ausstellungsgrafik
chezweitz GmbH, museale und urbane Szenografie, Berlin
Dr. Sonja Beeck, Detlef Weitz,
Hans Hagemeister, Lena Schmidt, Cristina Antonelli
Direktor Urania Berlin e.V.
Ulrich Weigand
Kuratorin
Lena Lucander, Urania Berlin e.V.
Ausstellungsproduktion
kubix GmbH, Berlin
Ein besonderer Dank gilt Marcus Bahra von kubix für die kontinuierliche Unterstützung während des Projektes.
Fotos
Marion Lammersen
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