chezweitz museale und urbane Szenografie

Gedenkstätte
Bautzner Straße

Gedenkstätte Bautzner Straße

Neugestaltung der Dauerausstellung

Gedenkstätte Bautzner Straße, Dresden
seit 28. Mai 2024

Die neugestal­tete, mul­ti­me­di­ale Dauer­ausstel­lung der Gedenkstätte macht die Geschichte der Gedenkstätte als Unter­suchung­shaf­tanstalt, Bezirksver­wal­tung der Staatssicher­heit und als zen­tralen Ort der Friedlichen Rev­o­lu­tion in Dres­den wieder erleb­bar. Sie wurde nach ein­er inten­siv­en Forschungsphase eröffnet, wobei zahlre­iche neue Archiv­funde, orig­i­nale Ton- und Film­doku­mente sowie Zeitzeu­gen­in­ter­views in das Ausstel­lungskonzept ein­flossen. Alle his­torisch bedeu­ten­den Räume der Gedenkstätte sind nun in den Rundgang eingebunden

Im Fokus ste­hen die Schick­sale von Men­schen, die durch poli­tis­che Ver­fol­gung und Unter­drück­ung betrof­fen waren – aber auch jene, die Wider­stand geleis­tet oder sich kri­tisch geäußert haben. Besucherin­nen und Besuch­er sind ein­ge­laden, sich selb­st zu fra­gen: Wie hätte ich mich entschieden?

Ein weit­er­er Fokus liegt auf dem Ver­hält­nis zwis­chen der Staatssicher­heit und dem sow­jetis­chen KGB in Dres­den. Exponate und Fotografien beleucht­en auch die Aktiv­itäten Wladimir Putins für den sow­jetis­chen Geheim­di­enst in den 1980er Jahren vor Ort.

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Das Foy­er der Gedenkstätte bildet den Anfangs- und End­punkt des neuen Rundgangs. Die Instal­la­tion wirkt wie ein Säu­len­wald, auf dessen Pfeil­ern Begriffe wie Frei­sein?“, Wählen?“, Mitre­den?“ die grundle­gende Prinzip­i­en der Demokratie sym­bol­isieren und in das The­ma der Grund- und Frei­heit­srechte ein­führen. Zitate von Zeitzeu­gen regen zur Selb­st­be­fra­gung an.

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Der Saal ist weit­ge­hend im Zus­tand erhal­ten, in dem ihn die Staatssicher­heit 1989 ver­lassen hat. Eine neue mul­ti­me­di­ale Präsen­ta­tion ver­mit­telt mith­il­fe orig­i­naler Ton- und Videoauf­nah­men einen authen­tis­chen Ein­druck von der Nutzung des Raumes durch die Mitar­beit­er der Stasi-Bezirksver­wal­tung. Auss­chnitte aus Reden, die hier gehal­ten wur­den, sowie Filme, die beispiel­sweise der Weit­er­bil­dung dien­ten, geben Ein­blicke in den Arbeit­sall­t­ag der Dres­d­ner Bezirksverwaltung.

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Der sow­jetis­che Haftkeller und der orig­i­nale Zel­len­trakt bilden die zen­tralen Objek­te der Gedenkstätte. Bere­its 1994 fan­den hier erste Führun­gen statt. Heute sind diese Orte Teil eines Rundgangs, der nun durch rot ger­ahmte Infor­ma­tion­stafeln gekennze­ich­net ist. Der neue Rundgang erschließt auch zusät­zliche Räume im Gebäude und eröffnet neue Per­spek­tiv­en auf die Geschichte.

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Die Ausstel­lungse­tage

Orig­i­nale Ton- und Film­mitschnitte, aber auch neu geführte Zeitzeu­gen-Inter­views fließen in der Ausstel­lungse­tage die Ausstel­lung mit ein. Dort wird die Ver­fol­gung der Men­schen anhand von Unter­la­gen doku­men­tiert, die ihre Lebenswege nachze­ich­nen. Das Konzept zielt darauf ab, die Lebens­geschicht­en der Men­schen den Repres­sion­s­mech­a­nis­men der Staatssicher­heit gegenüberzustellen. 

Zahlre­iche mul­ti­me­di­ale Ele­mente ver­mit­teln die Geschichte der Dres­d­ner Stasi-Bezirksver­wal­tung und der Oppo­si­tion in der DDR. Audiomitschnitte aus Tele­fonat­en des ehe­ma­li­gen Stasi-Leit­ers geben Ein­blicke in das Selb­stver­ständ­nis der Staatssicher­heit. Zeitzeu­gen­berichte, Audioauf­nah­men und per­sön­liche Objek­te zeigen, wie Überwachung wahrgenom­men wurde und welche Auswirkun­gen sie hat­te. Die For­men oppo­si­tioneller Stim­men wer­den durch mul­ti­me­di­ale Darstel­lun­gen ver­an­schaulicht – von Parolen bis zu kri­tis­chen Wahlzetteln. Ein Schw­er­punkt liegt auf der Friedlichen Rev­o­lu­tion, die durch inter­ak­tive Medi­en die Proteste und Demon­stra­tio­nen in Dres­den erleb­bar macht.

Der Rundgang durch die Dauer­ausstel­lung endet mit der friedlichen Beset­zung der Stasi-Bezirksver­wal­tung durch Bürg­er aus Dres­den. Über eine neu einge­baute Innen­treppe gelan­gen die Besuch­er in den erst­mals zugänglichen Kinovor­führraum, der eine frische Per­spek­tive auf den Fest­saal eröffnet. Von dort führt der Weg zurück ins Foyer.

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Szenografie
chezweitz GmbH Dr. Sonja Beeck und Detlef Weitz mit Morten Ohlsen/Kira Soltani (Projektleitung), Melissa Lücking/Katharina Buchhauser (Grafikleitung), Ludger Jansen, Katerina Vraga, Luiz Dominguez, Carlotta Markötter, Nora Kersting, Felix Guth

Projektleitung
Uljana Sieber

Kurator*in
Ulrike Gärtner, Franz-Joseph Hille

Videoproduktion
Stefan Hurtig