Gedenkstätte
Bautzner Straße
Gedenkstätte Bautzner Straße
Neugestaltung der Dauerausstellung
Die neugestaltete, multimediale Dauerausstellung der Gedenkstätte macht die Geschichte der Gedenkstätte als Untersuchungshaftanstalt, Bezirksverwaltung der Staatssicherheit und als zentralen Ort der Friedlichen Revolution in Dresden wieder erlebbar. Sie wurde nach einer intensiven Forschungsphase eröffnet, wobei zahlreiche neue Archivfunde, originale Ton- und Filmdokumente sowie Zeitzeugeninterviews in das Ausstellungskonzept einflossen. Alle historisch bedeutenden Räume der Gedenkstätte sind nun in den Rundgang eingebunden
Im Fokus stehen die Schicksale von Menschen, die durch politische Verfolgung und Unterdrückung betroffen waren – aber auch jene, die Widerstand geleistet oder sich kritisch geäußert haben. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, sich selbst zu fragen: Wie hätte ich mich entschieden?
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Verhältnis zwischen der Staatssicherheit und dem sowjetischen KGB in Dresden. Exponate und Fotografien beleuchten auch die Aktivitäten Wladimir Putins für den sowjetischen Geheimdienst in den 1980er Jahren vor Ort.
Das Foyer der Gedenkstätte bildet den Anfangs- und Endpunkt des neuen Rundgangs. Die Installation wirkt wie ein Säulenwald, auf dessen Pfeilern Begriffe wie „Freisein?“, „Wählen?“, „Mitreden?“ die grundlegende Prinzipien der Demokratie symbolisieren und in das Thema der Grund- und Freiheitsrechte einführen. Zitate von Zeitzeugen regen zur Selbstbefragung an.
Der Saal ist weitgehend im Zustand erhalten, in dem ihn die Staatssicherheit 1989 verlassen hat. Eine neue multimediale Präsentation vermittelt mithilfe originaler Ton- und Videoaufnahmen einen authentischen Eindruck von der Nutzung des Raumes durch die Mitarbeiter der Stasi-Bezirksverwaltung. Ausschnitte aus Reden, die hier gehalten wurden, sowie Filme, die beispielsweise der Weiterbildung dienten, geben Einblicke in den Arbeitsalltag der Dresdner Bezirksverwaltung.
Der sowjetische Haftkeller und der originale Zellentrakt bilden die zentralen Objekte der Gedenkstätte. Bereits 1994 fanden hier erste Führungen statt. Heute sind diese Orte Teil eines Rundgangs, der nun durch rot gerahmte Informationstafeln gekennzeichnet ist. Der neue Rundgang erschließt auch zusätzliche Räume im Gebäude und eröffnet neue Perspektiven auf die Geschichte.
Die Ausstellungsetage
Originale Ton- und Filmmitschnitte, aber auch neu geführte Zeitzeugen-Interviews fließen in der Ausstellungsetage die Ausstellung mit ein. Dort wird die Verfolgung der Menschen anhand von Unterlagen dokumentiert, die ihre Lebenswege nachzeichnen. Das Konzept zielt darauf ab, die Lebensgeschichten der Menschen den Repressionsmechanismen der Staatssicherheit gegenüberzustellen.
Zahlreiche multimediale Elemente vermitteln die Geschichte der Dresdner Stasi-Bezirksverwaltung und der Opposition in der DDR. Audiomitschnitte aus Telefonaten des ehemaligen Stasi-Leiters geben Einblicke in das Selbstverständnis der Staatssicherheit. Zeitzeugenberichte, Audioaufnahmen und persönliche Objekte zeigen, wie Überwachung wahrgenommen wurde und welche Auswirkungen sie hatte. Die Formen oppositioneller Stimmen werden durch multimediale Darstellungen veranschaulicht – von Parolen bis zu kritischen Wahlzetteln. Ein Schwerpunkt liegt auf der Friedlichen Revolution, die durch interaktive Medien die Proteste und Demonstrationen in Dresden erlebbar macht.
Der Rundgang durch die Dauerausstellung endet mit der friedlichen Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung durch Bürger aus Dresden. Über eine neu eingebaute Innentreppe gelangen die Besucher in den erstmals zugänglichen Kinovorführraum, der eine frische Perspektive auf den Festsaal eröffnet. Von dort führt der Weg zurück ins Foyer.
Szenografie
chezweitz GmbH Dr. Sonja Beeck und Detlef Weitz mit Morten Ohlsen/Kira Soltani (Projektleitung), Melissa Lücking/Katharina Buchhauser (Grafikleitung), Ludger Jansen, Katerina Vraga, Luiz Dominguez, Carlotta Markötter, Nora Kersting, Felix Guth
Projektleitung
Uljana Sieber
Kurator*in
Ulrike Gärtner, Franz-Joseph Hille
Videoproduktion
Stefan Hurtig