Offene Enden
Offene Enden
Neue soziale Formen im kirchlichen Kontext
Mit nicht wenig Stolz und noch mehr Freude möchten wir auf das Erscheinen des 3. Bandes „OFFENE ENDEN – Neue soziale Formen im kirchlichen Kontext“ unseres Projektes StadtLand:Kirche aufmerksam machen. Grundlage ist der seit 2016 mit der Evangelische Kirche Mitteldeutschlands (EKM) und der Internationalen Bauausstellung (IBA) angestoßene kreative Prozess zu Weiternutzung leerstehender Kirchengebäude, der mit der Ideenfindung (Band 1) startete, mit Modellprojekten (Band 2) ausgebaut wurde und nun mit dem 3. Band die Gemeinschaftsformen betrachtet, die sich aus den neuen hybriden Nutzungen ergeben. Das ist ein wahrlich sehens- und lesenswertes Ergebnis eines fast zehnjährigen Prozesses, den wir mit so vielen wunderbaren Menschen in Thüringen durchleben durften.
Hintergrund ist der tiefgreifende Auflösungsprozess der beiden großen christlichen Volkskirchen in Deutschland durch die vielen freiwilligen Austritte der Gläubigen. Dennoch ist denkbar, dass Kirchengebäude in Städten und Dörfern künftig zu Orten werden, an denen christliche Prinzipien neu gedacht und gelebt werden.
OFFENE ENDEN fragt nach den Gemeinschaftsformen, die aus neuen, teils hybriden Nutzungskonzepten für sakrale Räume entstehen – Räume, die bislang ausschließlich religiösen Zwecken dienten. Entsteht durch die neuen Herausforderungen und diesen eigenwilligen Lösungsansätze ein neuer Typus Kirche, der nicht mehr auf Mitgliedschaft, sondern auf zeitweilige Beteiligung setzt? Das haben wir versucht mit diesem Band zu ergründen. Gerahmt und künstlerische gespiegelt werden die vielen Gespräche mit Protagonisten und Essays von namhaftem Soziologen (Hans Joas, Claudia Neu, Detlef Pollack u. a.) durch sowohl den feinaustarierten Fotoessay von Matthias Hamann als auch die überbordend räsonierenden Comics von Andrée Volkmann.