chezweitz museale und urbane Szenografie

P26

P26 – Poststraße 26

Ein Projekt der Excellenzuniversität Bonn

Universität Bonn
Seit dem 19. Oktober 2024

Aus Anlass der Schließung des Haupt­ge­bäudes ergreift die Exzel­len­zu­ni­ver­sität Bonn die Chance, ihre Samm­lun­gen und die damit verknüpfte Lehre in eini­gen Bere­ichen neu zu for­matieren. Das Paul-Clemen-Muse­um (Kunstgeschichte/​Prof. Wolter von dem Kne­se­beck) mit Europas größter Samm­lung von Gipsabgüssen, das Ägyp­tis­che Muse­um (Prof. Morenz) und auch das Glob­al Her­itage Lab (Prof. Bin­ter) mit dem Schw­er­punkt auf außereu­ropäis­ch­er Kul­tur find­en in der Bon­ner Innen­stadt ihr neues, auf ca. 10 Jahre angelegtes Inter­im­squarti­er. In den Eta­gen wer­den Lehre, Forschung, Ausstel­lung­sprax­is und öffentlich­es Leben miteinan­der verknüpft. Im EG entste­ht ein lebendi­ger Raum für Ver­anstal­tun­gen, Ausstel­lun­gen, ein Café und ein Infop­unkt, an dem sich die Besuchen­den und Pas­san­ten über die Uni­ver­sität informieren und Pro­duk­te kaufen können. 

chezweitz hat die Uni­ver­sität konzep­tionell bei der Entwick­lung und Trans­for­ma­tion des ehe­ma­li­gen Damen­mod­enkaufhaus­es berat­en und die szenografis­chen Ein­baut­en gestaltet.

Mit der Post­straße 26 spricht die Uni­ver­sität Bonn eine Ein­ladung an die Öffentlichkeit aus, ihr näher zu kom­men und sich in den The­men der Ausstel­lun­gen auf den Eta­gen zu vertiefen. 

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Eine stark atmo­sphärische, aber sehr dif­feren­zierte Far­bgestal­tung und grafis­che Bear­beitung leit­et die Besuchen­den durch die Eta­gen. Jede Etage ist eine eigne Welt, ein eigen­er Forschungs- und Lernkos­mos. Im 1. OG erzeu­gen warme, erdi­ge Far­ben das Gefühl hoher Energie bei gle­ichzeit­iger Erdung. Es geht um ethno­grafis­che Diskurse, um ein flex­i­bles Set­ting für die Auseinan­der­set­zung im glob­alen Diskurs, wie mit Blick auf das postkolo­niale Erbe und überkommene Ausstel­lung­sprax­en in Zukun­ft ver­fahren wer­den kann.

Das neue Haus der Uni­ver­sität Bonn wird ins­beson­dere im Erdgeschoss als hybride Nutzung zwis­chen Café, Ver­anstal­tung und Ausstel­lung, aber auch in den Obergeschossen als Nutzungsmix aus Lehre und Ausstel­lungs­be­trieb gelebt wer­den. Alle Eta­gen eint, dass die Forschung und Arbeit am Objekt“ im Zen­trum der Beschäf­ti­gung ste­ht. Die Arte­fak­te wer­den erforscht, befragt und kura­torische Ausstel­lung­sprax­is erlernt. Hier­für hat chezweitz maßgeschnei­dert die Instru­men­tarien in Form von flex­i­bel ein­set­zbaren Möbeln/​Ausstellungsmodulen und ein­er immer wieder anders zu bestück­enden Flexwand“ entwick­elt. Verbindende Geste im Haus ist der imposante Depot­turm im Trep­pe­nauge des großzügi­gen Trep­pen­haus­es. Alle Insti­tute haben Exponate für diese spek­takuläre Ausstel­lungsstruk­tur beigesteuert. 

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Im 2. OG ver­sam­melt das Paul-Clemen-Muse­um Kunst­werke vom Mit­te­lal­ter bis heute und von Mit­teldeutsch­land bis Sizilien auf ein­er flachen Bühne“. In ein­er Raum­fas­sung in Sand und Yves-Klein-Blau, kon­trastiert mit glänzen­dem Alu­mini­um, wirken die schw­eren Gipsabgüssen lebendig und frisch. Sie ste­hen zur Anschau­ung bere­it – für die Lehre und für die pri­vat­en Kunstinteressierten.

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Im 3. OG eröffnet das Ägyp­tis­che Muse­um auf der nun deut­lich verklein­erten Fläche einen atmo­sphärisch aufge­lade­nen, aber inten­siv­en Raum beson­dere Magie. Ganz in Grün­tö­nen des Nils gehal­ten, mit ein­er großen Zahl von wertvollen Arte­fak­ten begeg­net man hier der Arbeit der Archäolo­gen der Uni­ver­sität Bonn.

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Für die Innen­stadt in Bonn, die wie viele andere in Deutsch­land mit einem Struk­tur­wan­del zu kämpfen hat, ist die Post­straße eine Bere­icherung im Sinne der Bele­bung. Zu hart ist der Ein­schnitt durch den Inter­nethandel, sodass neben dem Han­del auch wieder andere Pro­gramme in der Innen­stadt gebraucht wer­den. Die Uni­ver­sität und die Stadt Bonn verknüpfen die Notwendigkeit, Inter­im­squartiere zu beziehen, auf das Ele­gan­teste mit den frei gewor­de­nen Raum­res­sourcen in der Innen­stadt. Für chezweitz als bekan­ntes Szenografiebüro war es eine beson­dere Her­aus­forderung, die strate­gis­che Dimen­sion (Uni) mit der städte­baulichen und architek­tonis­chen Dimen­sion (Innenstadt/​Kaufhaus) und der szenografis­chen Arbeit mit den Samm­lun­gen und Lehrin­hal­ten zu verknüpfen. Wir bedanken uns für das Ver­trauen der Uni­ver­sität Bonn und hof­fen, dass der Mut zur Hybrid­ität in der Post­straße sich dadurch auszahlt, dass die Studieren­den ein anre­gen­des Ler­num­feld schätzen und die Besuchen­den die inter­es­san­ten The­men wahrnehmen.

Objek­t­geschicht­en — Auf Spuren­suche in den Museen und Samm­lun­gen der Uni­ver­sität Bonn

23. Oktober 2024 bis 31. März 2025

Die Eröffnungsausstellung im Erdgeschoss gibt Einblicke in die Provenienzforschung, die an der Universität Bonn für ihre eigenen Sammlungen engagiert durchgeführt wird. In der Sonderausstellung begeben sich Forschende auf Spurensuche, um die Herkunft und Erwerbsgeschichte von Objekten aus den Museen und Sammlungen der Universität Bonn zu rekonstruieren – sie erforschen ihre Provenienz. Das sind gleichermaßen oft skurrile wie auch ernste Geschichten, die zum Teil in Unrechtskontexte führen. Die Ausstellung thematisiert auch den sensiblen Umgang mit Objekten aus kolonialen oder anderweitig problematischen Kontexten. Es eröffnen sich Fragen, was denn auf welche Weise heute gezeigt werden kann und soll, wer die Objekte wann und auf welchem Weg gesammelt oder erworben hat und wie sie schließlich an die Universität Bonn gelangten.

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Szenografie und Innengestaltung
chezweitz GmbH, museale und urbane Szenografie, Berlin
Dr. Sonja Beeck, Detlef Weitz
Ausstellungsarchitektur
Barbara Weinberger, Mo-Ran Kilian, Kira Soltani Schirazi, Sara Omassi, Nora Kersting
Ausstellungsgrafik
Claudia Besuch, Ludger Jansen, Leonie van Kempen
Medienkonzeption
Ludger Jansen
Rektor der Universität Bonn
Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch
Projektleitung, Dezernentin (Universität Bonn)
Monika Clemens, Sabine Ludolph
Ägyptisches Museum der Universität Bonn
Prof. Dr. Ludwig Morenz
Kunsthistorisches Institut / Paul-Clemen-Museum
Prof. Dr. Harald Wolter-von dem Knesebeck
Global Heritage Lab
Jun.-Prof. Dr. Julia Binter
Sammlung der Universität Bonn
Alma Hannig
Info-Punkt
Dr. Andrea Grugel
Fachplanungen
Julia Burbach (Architektin Sanierung Poststraße 26)
Hr. Walden – AG Licht/Lichtplanung
Schnelle Bunte Bilder GbR (Medienplanung)
H2 Technik GmbH (Medientechnik)
Schreinerei Langner (Innenausbau)
Metallbau Moll (Stahlbau Depotturm)
Druckerei Thamm, Bonn
Fotos
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Volker Lannert