chezweitz museale und urbane Szenografie

Wandelhaus Aschersleben

Wandelhaus Aschersleben

Ein Projekt zur Internationalen Bauausstellung (IBA) Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010

IBA 2010 Stadtumbau Sachsen-Anhalt, Stadt Aschersleben
2007-2010

Der Rück­gang der Ein­wohn­erzahl ein­er Stadt führt häu­fig dazu, dass immer mehr Häuser leer ste­hen. Diese Gebäude wer­den nicht mehr genutzt, ver­fall­en mit der Zeit und eine Sanierung lohnt sich oft nicht mehr. Nach eini­gen Jahren wer­den sie schließlich abgeris­sen. Auf diese Weise entste­hen nach und nach Lück­en im zuvor dicht­en Stadtgefüge.

Im Rah­men der IBA Stad­tum­bau 2010 hat sich die tra­di­tion­sre­iche Stadt Asch­er­sleben diesem Prob­lem auf inno­v­a­tive Weise gestellt. Ziel war es, einen Prozess zu gestal­ten, der in vie­len schrumpfend­en Städten kaum möglich erscheint: eine gezielte Schrump­fung von außen nach innen. Asch­er­sleben ver­fol­gt dabei die Strate­gie, den Rück­bau vor allem an den Stadträn­dern vorzunehmen, während das städte­baulich wertvolle his­torische Zen­trum gestärkt und aufgew­ertet wird. In diesem Zusam­men­hang wurde eine zen­tral gele­gene, bedeu­tende Durch­gangsstraße, die sich hal­bkre­is­för­mig um die Alt­stadt legt, von einem verkehrs­geprägten Prob­lem­raum zu einem sta­bil­isieren­den Ring“ umgestal­tet. An mehreren Stellen wur­den Gebäude abgeris­sen und die ent­stande­nen Frei­flächen für kün­st­lerische Nutzun­gen aktiviert. So ent­stand im Straßen­ab­schnitt Hin­ter dem Zoll“ das Exper­i­ment der weltweit ersten Dri­ve Thru Gallery“. 

01 St W 11 G100 Farbe

Neben den Hybrid Walls“ (Pro­jekt Dri­ve Thru Gallery) mit den von Christo­pher Win­ter und von Andre Volk­mann illus­tri­erten, haushohen Folien ist das Wan­del­haus“ eine weit­ere von chezweitz konzip­ierte und 2010 real­isierte Station.

Ein Haus, das anwe­send und abwe­send zugle­ich ist, ein Vex­ier­bild, das beim vor­beifahren entste­ht und ver­schwindet. Auf einem Abbruch­grund­stück an ein­er zen­tralen Kreuzung ent­stand diese räum­liche Bild aus far­bigen Stee­len, das sich nur im Blick des Aut­o­fahrers von einem undif­feren­zierten Far­b­code zu einem Interieur – vielle­icht des ehe­mals dort ste­hen­den Haus­es – zusammensetzt.

Die vie­len Sta­tio­nen der Dri­ve Thru Gallery und andere Stad­tum­baupro­jek­te wur­den dann 2010 in der Abschlus­sausstel­lung Von innen nach außen” in den Räu­men ein­er frischsanierten Kar­ton­age­fab­rik präsen­tiert. chezweitz ver­fol­gte die szenografis­che Idee, den Raum per­spek­tivisch ein­er­seits the­ma­tisch zu füllen, ihn aus einem anderen Blick­winkel aber zugle­ich auch eben­falls durch das grafis­che Ele­ment des Strich­es als einen nicht­be­füll­ten erfahrbar zu machen. Mit diesen Pro­jek­ten, der Hybrid­walls und dem Wan­del­haus auf der Dri­ve Thru Gallery, kon­nte chezweitz zeigen, dass szenografisch-urban­is­tis­che Inter­ven­tio­nen eine emi­nente und befruch­t­ende Wirkung inner­halb der klas­sis­chen Stad­ten­twick­lung haben.

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Wandelhaus Aschersleben

Projekt zur Internationalen Bauausstellung (IBA) Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010

Auftraggeber

Stadt Aschersleben

Projektkoordination

Sonja Beeck

Projektleitung

Ria Uhlig

Szenografie

chezweitz & roseapple, Detlef Weitz und Rose Epple mit Christian Fehr, Michael Kunter, Martin Siegmund

Bauleitung und Tragwerksplanung

Teska + Weghoff - Beratende Ingenieure im Bauwesen in Kooperation mit Landschaftsarchitekt Udo Jobst

Leistung

Architektur 1-8, Konzept, Urbane Szenografie

Fotos

Volker Kreidler