chezweitz museale und urbane Szenografie

Werkstatt der Moderne

Werkstatt der Moderne

Stiftung Bauhaus Dessau
seit April 2009
Die Umwid­mung der ehe­ma­li­gen Archive im Untergeschoss des Bauhaus Dessau für eine ständi­ge Ausstel­lung zur Geschichte des Bauhaus­es, unter der Leitung von Philipp Oswalt und kuratiert von Omar Akbar, Wolf­gang Thön­er, Lutz Schöbe und Kirsten Bau­mann, stellte eine inter­es­sante Her­aus­forderung für chezweitz dar. Der vor­mals als nicht nutzbar eingeschätzte Raum ist mit seinen niedri­gen Deck­en und unregelmäßi­gen Wän­den das Gegen­teil ein­er leeren und weißen Lein­wand für die Geschichte des Bauhaus­es. Die szenografis­che Lösung arbeit­et mit dem Wech­sel­spiel von Schwarz-Weiß und Farbe sowie ins­beson­dere mit räum­lichen Hell-Dunkel-Kon­trasten. Das Ergeb­nis ist ein atem­ber­auben­des visuelles Erleb­nis. Die Idee: Die reflek­tierende und durch­scheinende Wirkung des Lichts – ein Lieblings­the­ma der Bauhäusler – zu nutzen, um unsere Aufmerk­samkeit weg von dem Gebäude, welch­es son­st im Mit­telpunkt des Inter­ess­es ste­ht, hin auf die Exponate zu lenken. Der ein­führende Raum bietet ein inter­ak­tives Mod­ell des von Gropius ent­wor­fe­nen Gebäudes — einem Bauw­erk das zu sein­er Zeit stil­prä­gend war — und gibt einen kurzen Ein­blick in die Lehrkonzepte des Bauhaus­es und sein­er Pro­tag­o­nis­ten. Von dort gelangt man in den Haup­traum. Dieser ist von ein­er zen­tralen weißen Wand in zwei Ausstel­lungs­bere­iche geteilt, die als einziges architek­tonis­ches Ele­ment wieder in seinen ursprünglichen Zus­tand ver­set­zt wurde. Der eine Teil wird von ein­er elf Meter lan­gen, filmis­chen Chronolo­gie dominiert, die uns mit wun­der­schön kom­ponierten Fol­gen von Grafiken und Fotografien in 40 Minuten durch 14 Jahre Bauhaus führt. Eine gefal­tete Vit­rine, in der Papier­waren zu sehen sind, dient den Besuch­ern zugle­ich als Sitzmöglichkeit. Der dritte Ausstel­lungs­bere­ich präsen­tiert eine Sequenz von Vit­ri­nen, die eine klare Lin­ie durch den Raum und durch das Werk des Bauhaus­es ziehen. Die beson­dere Bau- und Licht­gestal­tung dieses Moduls erzeu­gen unzäh­lige leuch­t­ende Reflex­io­nen, in die die Bauhau­sob­jek­te einge­bet­tet sind. Flankiert von zwei Fen­stern ermöglicht der Raum von der Bühne“, dem darstel­len­den Werk des Bauhaus­es, über einen Durch­bruch, bis hin zum angren­zen­den heuti­gen Café, einen lin­earen und chro­nol­o­gis­chen Überblick. Der szenografis­che Gebrauch von Farbe im Kon­trast zum schwarz-weiß Stereo­typ des Bauhaus­es spiegelt die unmit­tel­bare Freude der Bauhäusler an Far­b­ex­per­i­menten wieder, die durch die Restau­rierung des Gebäudes und durch die Ent­fer­nung der Post-Bauhaus-Farb­schicht­en ans Licht kamen.

Werkstatt der Moderne

Ständige Ausstellung der Stiftung Bauhaus Dessau

seit April 2009

Direktor Stiftung Bauhaus Dessau

Prof. Philipp Oswalt

Kuratoren

Omar Akbar, Kirsten Baumann, Wolfgang Thöner, Lutz Schöbe

Szenografie

chezweitz & roseapple, Detlef Weitz und Rose Epple mit Richard Fulton, Holger Jansen, Isabel Prugger, Will Tomlinson

Leistung

Architektur LP 1-8, Ausstellungsgrafik, Medienarchitektur, Medienshow

Realisierung

kubix GmbH

Medientechnik

serve-u, Berlin

Denkmalpflegerische Herrichtung der Räume

Johannes Bausch

Fotos

Katja Hoffmann, Stefan Müller