chezweitz museale und urbane Szenografie

„Die Exekutionen müssen ...“

„Die Exekutionen müssen unauffällig im nächstgelegenen Konzentrationslager durchgeführt werden.“

Fotos der vor 75 Jahren im KZ Sachsenhausen ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen

Gedenkstätte Sachsenhausen, Oranienburg
06.11.2016 – 18.06.2017

Der Ver­nich­tungskrieg der Deutschen im Zweit­en Weltkrieg machte auch aus sow­jetis­chen Kriegs­ge­fan­genen Würde­lose. Die Leute müssen ohne Deck­en, so wie sie gekom­men sind, auf dem Fuß­bo­den schlafen.“ Sie wur­den gezielt ermordet und viele von ihnen ver­hungerten in den Lagern. Die SS machte zu Pro­pa­gan­dazweck­en von diesen Kriegs­ge­fan­genen Fotos. Neu­nund­sechzig davon kon­nten von über­leben­den Häftlin­gen gesichert wer­den. 
Wie diese Zeug­nisse des Grauens zeigen? chezweitz hat sich mit den Kura­toren der Gedenkstätte Sach­sen­hausen entsch­ieden, diese bedrück­enden Bilder ein­er unfass­baren Bru­tal­ität auf große Gaze­bah­nen zu druck­en. Auf diese Weise begeg­nen“ den Besuch­ern der Ausstel­lung die Kriegs­ge­fan­genen auf Augen­höhe. Die erschüt­tern­den Bilder sollen so den ent­men­schlichen­den Blick des Augen­blicks durch die Szenografie eine Würde der neuen Sit­u­a­tion entgegensetzen. 

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Je öfter der Besuch­er in einen Dia­log zu den Fotografierten tritt, desto größer wird die Frage nach dem Warum. Hierzu wer­den schlanke Ausstel­lungstis­che orthog­o­nal in den Ausstel­lungsraum platziert. Beim Durch­laufen der Ausstel­lung stößt der Besuch­er somit auch auf die Per­spek­tive der Täter. Auf den Tis­chen gedruck­te Fotografien, Schaubilder, Pro­tokolle, Lager­pläne erläutern die Rah­menbe­din­gun­gen, die dieses unsag­bare Grauen ermöglicht­en. Warum kamen die Gefan­genen nach Sach­sen­hausen? Welche Rolle spielte die NS-Propaganda? 

Wie in ein­er klas­sis­chen Ausstel­lung befind­en sich die Texte nicht an den Wän­den. Durch Beu­gen über den Tisch erli­est man den Inhalt. Der hermeneutis­che Anspruch tritt in den Hin­ter­grund und die Szenografie über­lässt den Raum einzig und allein den fotografierten sow­jetis­chen Sol­dat­en, damit ihre Blicke mah­nen können!

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Ausstellungsgestaltung
chezweitz GmbH, Berlin Dr. Sonja Beeck und Detlef Weitz
mit Ines Linder, Lena Schmidt, Anna Horvath und Julia Volkmar
Projektleitung
Prof. Dr. Günter Morsch, Sabine Sieg
Ausstellungskuratorin
Sabine Sieg
Projektkoordination
Jessica Willemsen, Agnes Ohm
Textredaktion
Prof. Dr. Günter Morsch, Dr. Horst Seferens
Ausstellungsbau
Metallbau Konrad Dölz
Digitaldruck
PPS. Imaging GmbH Dresden
Aufbau, Einrichtung
Werkstätten der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen
Tonproduktion
Patricia Schon
Tonstudio
Küss Mich Musik
Sprecher
Frank Arnold (dt.), Ralph Gassmann (engl.), Gideon Sperling (russ.)
Bilddigitalisierung
Manuela Kirchhoff
Fotos
Volker Kreidler