chezweitz museale und urbane Szenografie

Hilma af Klint

Hilma af Klint ­ Künstlerin, Forscherin, Medium

Künstlerin, Forscherin, Medium

Moderna Museet, Malmø
15.06.2020 – 11.04.2021

2013 war für die glob­ale Kun­st­geschichte ein bedeu­ten­des Jahr. Stim­men wur­den laut; am Anfang des Abstrak­ten ste­he nun­mehr eine Malerin — die Schwedin Hilma af Klint.

Dank der jahre­lan­gen, inten­siv­en Forschungsar­beit Iris Müller-West­er­manns, der Zusage ein­er ein­ma­li­gen Ausstel­lungsmöglichkeit im Mod­ern Museet durch Lars Nitve und der jour­nal­is­tis­chen Unter­stützung von Julia Voss ste­ht af Klint heute an der Spitze der europäis­chen Abstraktion.

Nach ein­er ersten Welle der Rezep­tion wird nun in allen Räu­men des Mod­er­na Museet in Malmø die kun­sthis­torische Erforschung von Klints Oevre gezeigt. Inhaltlich gehen die Kurator*innen in die Tiefe: Akribisch zusam­mengestellte Serien deck­en Entwick­lungslin­ien auf, lenken den Blick auf Wand­lun­gen und Vari­a­tio­nen. Sehr fein, fast akribisch sind diese Serien aus­gear­beit­et und gehängt. Sie zeigen deut­lich­er denn je, dass es Hilma af Klint nie um ein Sujet oder gar einen Stil ging: Es ging immer um die Über­set­zung des (Über-)Sinnlichen in Form und Aus­druck – sie begriff sich als freies Medium.

Die szenografis­che Gestal­tung stellt das räum­liche Set­ting für die kura­torische Ord­nung, den ver­tieften kura­torischen Blick her. Das tut sie spielerisch, leicht, heit­er und bewegt, wie es oft die Atmo­sphäre in af Klints Werken selb­st ist.

Tanzende” Wände, die wie Blu­men­blät­ter ange­ord­net sind und spitze Kabi­nette bilden das offene Raumge­füge über gefal­tete Laibungen/​Kanten hin­weg. Diese ungewöhn­liche Form der Raum­bil­dung eröffnet den Serien und Werk­grup­pen konzen­tri­erte Präsen­ta­tio­nen, die zugle­ich den Arbeit­sprozess, das Kon­tinuier­liche im Schaf­fen Hilma af Klints erleb­bar machen. Die Bewe­gung und Wahrnehmung der Besucher*innen ermöglichen einen neuen, anderen Blick auf das Werk der Künstlerin.

Das Grundgerüst der Szenografie, welch­es Detlef Weitz und Hans Hage­meis­ter gemein­sam ent­wor­fen haben, zielt auf eine unbe­d­ingte Ein­heit von Inhalt und Raum ab. Über bei­de Geschosse des Muse­ums wer­den Höhep­unk­te des Werkes, wie Die zehn Größten” von 1907 oder die Altar­bilder, in sub­tile atmo­sphärische Lich­traumwech­sel gebracht.

Im oberen Geschoss bedarf es lediglich ein­er spitz zulaufend­en Wand, um einen span­nungsvollen Raum zu schaf­fen. Hier ändert sich die Atmo­sphäre; wird mys­tis­ch­er. Die Wände präsen­tieren sich drama­tisch in tiefem Vio­lett, man tritt auf schwarzen Tep­pich­fuß­bo­den, ver­weilt auf schwarzem Mobil­iar, um die fast sakral anmu­ten­den Altar-Bilder zu betra­cht­en. Ein let­zter Raum der Ausstel­lung wid­met sich dem Forschungs­drang Hilma af Klints, der mit­tels noch unge­se­hen­er Mate­ri­alien in ein­er eigens dafür ent­wor­fe­nen, über Ecke ver­laufend­en Raumvit­rine her­vorge­hoben wird. Hier liegt der kura­torische Fokus auf den Vorstu­di­en und Reflek­tio­nen der Kün­st­lerin. Diese Tis­chele­mente und der sie umgebende Raum laden den/​die Besucher*in ein, das zu tun, was Iris Müller-West­er­mann tat: eine wun­der­bare Sen­sa­tion zu ent­deck­en und sich dem Erforschen des Oevres dieser einzi­gar­ti­gen Kün­st­lerin zu widmen.

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Szenografie und Ausstellungsgrafik
chezweitz GmbH, museale und urbane Szenografie, Berlin
Dr. Sonja Beeck, Detlef Weitz,
Hans Hagemeister, Johannes Bögle, Lea Donner
Direktorin Moderna Museet Malmö
Dr. Iris Müller-Westermann
Kuratoren
Iris Müller-Westermann,
Milena Høgsberg
Fotos
Michael Melcer